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Wolf Bergelt

 

 

Der Grund für Liebesschmerz ist, nicht zurückgeliebt zu werden, wie wir es wünschen. Wir wollen die Liebe des Anderen, wenn wir ihm sagen, dass wir ihn lieben (anstatt es einfach zu tun und ihn bei sich zu lassen). Und wehe, er gibt uns seine Liebe nicht. Dann sind wir die Verletzten. Gibt es unter diesem Aspekt etwas Fataleres als eine Liebeserklärung? Da stellt sich jemand hin und sagt "Ich liebe dich" in der Erwartung, dass der Andere in dem Moment dasselbe fühlt. Und wenn der Andere das nicht empfinden kann, haben beide ein riesiges Problem: der "Liebende" mit seiner aus allen Poren schwitzenden Erwartung (die zweifellos Erfülltheit ist) und der Andere (der die Erwartung sieht, aber als unerträgliche Zumutung wahrnimmt) mit seiner Flucht.


Es gibt (außer physischen Schmerz, der uns zum Schreien zwingt) nichts auf dieser Welt, was aus der Tiefensicht nicht lachhaft oder abwerfbar wäre, sobald es uns belastet. Wir sind zuweilen wie Klos voller falscher Werte und das Lachen ist die Spülung. Werte, die uns am Glücklichsein hindern, können keine menschenfreundlichen Werte sein.

Im schöpferischen Akt wächst uns Erkenntnis aus der Zukunft zu, die wir allein im Gestern niemals finden können, weil wir in der fortwährenden lauschenden Auseinandersetzung des schaffenden Willens mit dem eben Geschehenen einer Welt ansichtig werden, die den Sinnen sonst verborgen bleibt.

Wenn wir das freie, kreative Glückskind in uns leben lassen, werden wir gut. Wenn wir angepasst Entfremdungsmustern folgen, werden wir böse. Das Böse ist der gestaute Fluss in uns, der wieder lebensliebend fließen will.

Jeder Augenblick ist ein ganz großer Moment. Wenn wir gelernt haben, diese Kontinuität des Empfindens aufrecht zu erhalten, haben wir das Bewußtsein erlangt, was uns hinüber trägt.

Jeder, der seinem eigenen Stern zu folgen beginnt, beginnt auch die Relativität irdischer Gesetze zu ahnen, besonders dann,
wenn durch sie Unrecht geschieht.

Die Revolution von heute liegt in der Fähigkeit, auf liebevolle Weise kriminell zu werden, wo das Unrecht rechtmäßig ist.

Die Wahrnehmung der Zeit entsteht in der fortwährenden Begegnung des Vergehenden mit dem Vergangenen in uns.

Ich wünsch' dir Glück auf allen Wegen und den Menschen, der dir so nah ist, dass Entfernung keine Rolle mehr spielt.

Je mehr wir verzichten können, desto reicher und freier fühlen wir uns, weil wir immer weniger zu verlieren haben.

Das, was wir zu sein scheinen, ist das Gewesene. Das, was wir heute wesen, wird künftig erscheinen.

Die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens befreit den Menschen zu sich selbst.

Kirchen sterben immer dann, wenn sie echte Religiosität nicht mehr verhindern können.

Ich bin zu ungeduldig auf das Große, als das ich nicht beharrlich auf es warten könnte.

Atheist sein heißt, Gott zurückgeben, was ihm die Blindgläubigen genommen haben.

Erzieher sind oft wie Gärtner, die ihre Schützlinge wachsen wollen, statt sie zu gießen.

Unbeirrbarkeit kommt aus der Einsicht. Der blinde Entschluss erstirbt im Starrsinn.

Immer, wenn man "Gott" etwas Arbeit abnimmt, beginnt es ihn zu geben.

Jeder von uns ist eine offene Wunde, die liebend geschlossen sein will.

Wesentliches wird nicht diskutiert, sondern in Taten ausgesprochen.

Wir könnten nichts sehen, wenn wir nicht nichts sehen würden.

Das Zeitgeschehen ist das Bewusstseinslicht der Ewigkeit.

Mancheiner besteigt einen Berg und meint nicht ihn.

Wer ein Programm hat, verfehlt die Wirklichkeit.

Irgendwann wird sich jeder selbst zum Vorbild.

Selbstgeburt findet in der Begegnung statt.

Soziales Denken kann erotisch sein.

Was blüht, ist nie bemüht.

Lichtwesen ...

Herzgeist ...

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© der vorstehenden Texte bei Wolf Bergelt /Bergelt-Buch